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Stich nach Vischer (1672)

 

Schloss Wilfersdorf wird oftmals als die Brücke zu den mährischen Liechtenstein Schlössern Lednice und Valtice genannt. Das Schloss blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.

 

Geschichte

Über die Vorgängerbauten des heutigen Schlosses existieren keine historischen Nachrichten. Bekannt ist nur, dass an der Stelle des heutigen Baues im Mittelalter eine gotische Burg stand.
Zu Beginn der umfangreichen Renovierungsarbeiten im Frühjahr 2001 wurden Fundamente und gotische Mauerteile freigelegt. Bei dieser Gelegenheit wurden archäologische Untersuchungen durch das Bundesdenkmalamt vorgenommen.

1328 wird erwähnt, dass im Zuge von Kampfeswirren Schloss und Ort Wilfersdorf in die Hände des Königs Johann von Böhmen gefallen ist.
1330 verzichten die Herzöge Albrecht und Otto von Österreich und Steier „auf ihre Ansprüche auf das Haus (= die Burg) zu Wilfersdorf zu Gunsten des Marchard von Mistelbach.
1340 verkaufen die Brüder Marchart und Erchenprecht von Mistelbach unter anderem die Feste Wilfersdorf an die Brüder Johann und Leutold von Kuenring.
1347 fällt bei einer Güterteilung unter anderem die „feste zu Wuelfflestorf“ dem Leutolt von Chuenringe zu.

1436 vermacht Otto von Meissau mit Zustimmung des Herzogs Albrecht von Österreich als Lehensherrn an seinen Oheim Christof von Liechtenstein unter anderem die „Feste Wulfleinstorf“.
1609 „Demolierung und glückliche Wiederherstellung“ und Erweiterung durch Gundaker von Liechtenstein - sein Hauptwohnsitz war das Schloss bis ca. 1625. Die Ursache waren 1604 bis 1606 schwere Beschädigungen durch Gegenreformation und Ungarnkriege.
Aus dem Jahr 1638 existiert eine Skizze des Grundrisses der Burg samt den Bastionen. 1647 erfolgte ein durchgreifender Umbau der Anlage.
1645 mußte sich die Veste Wilfersdorf den Schweden auf Diskretion ergeben.
1647 wurde das Schloss Wilfersdorf einem durchgreifenden Umbau unterworfen und erhielt damals jene Gestalt, welche uns durch den Stich von Vischer überliefert ist.

 


Entwurf Schloss Wilfersdorf, Stich von Delsenbach (ca. 1720)

1660 diese Jahreszahl trägt eine von den beiden Sphingen an der Auffahrt.
1672 erstes Bild des Schlosses auf dem Stich von G.M.Vischer.
1703 schwere Schäden durch die Kuruzzeneinfälle.
1713 bis 1721 Umbau unter dem Fürsten Anton Florian von Liechtenstein durch Anton Johann Ospel, den Hofarchitekten des Fürsten. Im Schlossbereich befanden sich einige „Wasserkunst – und Brunnenanlagen“ , „Amphitheater“, „Sala terrena“ etc. Die Steine für den Schlossbrunnen kamen aus Kromau/ Moravsky Krumlov. Den damaligen Zustand zeigen einige Stiche von J. A. Delsenbach.
1721 starb Fürst Anton Florian – seinen Nachfolgern war Wilfersdorf vermutlich nicht mehr wichtig, da 1723 einige Zimmer als Schüttboden „adaptiert“ wurden.


Stich von J. A. Delsenbach (ca. 1721)


1801/1802 Teilabbruch des Hauptgebäudes und von Verbindungsbauten. Den Zustand vor dem Abbruch zeigt das Modell in der Ausstellung im 1. Stock.
Bis 1848 Sitz des Landgerichtes und der Ortsobrigkeit.
1866 wurde im Schloss ein preußisches Lazarett eingerichtet. Dort starben 40 deutsche Soldaten, die an Cholera erkrankt waren. Das Grab dieser Toten ist noch heute auf dem Friedhof in Wilfersdorf erhalten.
Bis 2001 Guts- und Forstdirektion der Stiftung Fürst Liechtenstein auf ca. 15% des Raumangebotes.

2001/2002 Komplettsanierung und neuer Verwendungszweck als Gemeinschaftsprojekt mit der Gemeinde Wilfersdorf und dem Land NÖ zu einem Veranstaltungs- und Ausstellungszentrum, sowie Heurigenbetrieb und Vinothek.

Seit 2005 Top- Ausflugsziel Niederösterreich

 
Schloss Wilfersdorf heute (© Gabriele Scharrer-Liška, VIAS, Univ. Wien)

 

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